Werkbeschreibung

Christian Murzeks Arbeiten befassen sich mit Räumen – und dem Ausbruch aus ebendiesen. In seinen Zeichnungen und Malereien werden räumliche Konstellationen auf das Wesentliche reduziert und werfen schon allein dadurch die Frage auf, wann eine Anordnung an Linien und Flächen als Raum wahrnehmbar ist. Denn seine räumlichen Situationen bleiben sehr vage Andeutungen und bilden auf den ersten Blick reine Kompositionen aus Licht und Schatten, Farbauftrag und Linien. Manchmal verschwinden sie auch hinter transparenten Flächen. In die Suche werden immer auch die Betrachter und deren Standort mit einbezogen.

Die Einfachheit und Unmittelbarkeit Christians Arbeiten sind dabei Prinzip; die Reduktion auf das Wesentliche und die Schaffung von Leerräumen dienen zugleich der Kreation von Freiräumen. Der Ausbruch aus den menschengemachten Räumen – auch im übertragenen Sinne – ist ihm dabei ebenso ein Anliegen wie die Frage nach der Dichotomie Natur und Kultur, Mensch und Gesellschaft. Die thematische Herangehensweise schlägt sich auch in den verwendeten Materialien nieder, die eine gewisse Archaik spüren lassen. Kohle und Tusche auf roher Leinwand kommen selbstverständlich zum Einsatz. Die Art der Zeichnung und Malerei lässt diese intendierte Unmittelbarkeit ebenso spürbar werden und vermittelt eine besondere Form der Authentizität.

Text by Michaela Putz

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© Foto by Lisa Schrötter